Tag der offenen Tür im HPZ und den Werkstätten - Von Iwan Kalinin
"Tag
der offenen Tür" - Unter der solchen Benennung fand am 3. September 05 ein
Fest im Pskover Heilpädagogischen Zentrum und der beschützten Werkstätten für
Behinderten statt. Es wurde dem Anfang des Schuljahres im HPZ und der Arbeitstätigkeit
in der Werkstätten von denen, die ihre Ausbildung schon absolviert hatten,
gewidmet.
Der
Morgen war nebelhaft. Ich fuhr mit dem Stadtbus von der Linie 8. Während ich
mich dem Ereignisplatz näherte, stiegen dem Bus die Kinder mit den Eltern ein.
Da ist ein festlichangezogener Teenager mit den Blumen in der Arm, da ist das Mädchen
etwa von 13 Jahren. Unverkennbar fühlt es eine Aufregung und beeilt die Mutter
zurechtzukommen, das Fest nicht zu verspäten.
Wir
fahren heran. Es ist schon übervoll von den Leuten. Man hat mir einen Führer
durch das Festgelände gegeben, wo 24 Punkte kenngezeichnet sind, wo man sehen,
spielen, essen, wetteifern und sich amüsieren kann. Das Fest plätscherte auf
dem ganzen riesigen Territorium des Zentrums und der Werkstätten.
Da
ist der Anfang. Eine große Bühne und die Sitzplätze für die Anwesenden. Um
11 Uhr treten die offiziellen Personen auf: Vizebürgermeister der Stadt Pskov
Herr Nikolaj Michailow, Leiter des Heilpädagogischen Zentrums Herr Doktor
Andrej Zarew, Leiterin der Werkstätten Frau Larissa Fedotowa, Mitglied der
Verwaltung der „Initiative Pskov“ Frau Marita Fahrenkampf.
Dieter
Bach und ich sitzen im Zuschauersaal unter dem freien Himmel. Und ich habe
gedacht, dass es solcher Nebel in unserem Bewustsein im Jahr 1991 war, als eine
Idee des Schaffens des Heilpädagogischen Zentrums zum ersten Mal erschien. Es
war der erste Ankunft an unsere Stadt von eiener großen deutschen Delegation
des Landes Nordrhein – Westfalen. Ein junger Pfarrer der Evangelischen
Gemeinde Klaus Eberl wurde zum aktiven Umsetzer der Idee in die Tat. Er wurde
von der Stadtverwaltung und den Aktivisten in Deutschland unterstützt. Auf
einem unbebauten Platz, aus Nichts kam zur Welt ein Wunder. Das Wunder eines
Schaffens von den menschlichen Händen, das Wunder der Güte, das Wunder der Schönheit...
Und als Fortsetzung wurde ein mehr großartigeres Projekt – des Baues und des
Schaffens der beschützten Werkstätten für die Behinderten. Genau hier können
die Jugendlichen mit den mehrfachen Behinderungen nach der Absolvierung des
HPZ’s eine Arbeit bekommen. Die Werkstätten wurden
im Jahr 2001 eröffnet.
Die
Natur hat ihr eigenes Wunder. Der Nebel hat sich verzogen. Die Sonne sah hervor.
Und alles, was herunter war, begann, mit unerhörter
Schöncheit zu glänzen: die neuen Gebäude für Lernen und für die Arbeit; Gewächshäuser,
wo die Kinder die Gemüse züchten, Blumenbeete, Rasen, Fußwege und Erholungsplätze.
Darüber
haben die Auftretenden am Mikrophon gesprochen. Sie haben sich an mehreren mit
Namen erinnert, die in dieses „Wunder“ das Stückchen von eigenen Herzen
hineingelegt haben. Andrej Zarew hat sich bildlich ausgedrückt:
-
Tag der offenen Tür – das heißt, es gibt ein „Eingang“ und ein
„Ausgang“. Wir sind allen dankbar, der zu uns „einging“, um unsere
Probleme und Freude zu teilen, der uns geholfen hat und hilft zur Zeit. Wir sind
denen dankbar, für die die Sorgen für die Kinder mit den mehrfachen
Behinderungen zu einem Teil des Privatlebens wurden.
Und
„Ausgang“ ist, was wir beim Austritt haben. Das ist die Integration unserer
jungen Leute in die Gesellschaft, ins Leben. Wir sind dieselben wie alle. Nur
die Aufmerksamkeit brauchen wir ein bißchen mehr.
Der
stellvertretende Bürgermeister Nikolaj Michajlow hat alle im Namen des Bürgermeisters
Michail Choronen und von der Verwaltung begrüßt. Er dankte herzlich den
Aktivisten von „Initiative Pskov“ für jede mögliche Unterstützung, sprach
von der Entwicklung der Werkstätten in der Zukunft mit dem Bau der dritten
Reihe und der Vergrößerung der Arbeitsplätze für erwachsene Behinderten von
der Zahl von 90 bis 180.
Die
offiziellen Reden sind beendet, aber das ist nur der Anfang des Festes. Weiter
wurden die Anwesenden von vielfaltigen Begegnungen erfreut. Man kann eine
Bekanntschaft machen – an einem Rundgang durch das HPZ und die Werkstätte
teilnehmen. Alles ist sehr interessant und sehr funktionell: die Abteilungen der
Holzbearbeitung, des Pflanzenbaues, der Schneiderproduktion, Abteilung der
Entwicklung und der Kunstwerkstatt. Da üben die Behinderten ihre Arbeitstätigkeit
aus. Aber die ersten Fähigkeiten bekommen sie im Heilpädagogischen Zentrum, wo
ihnen die erfahrenen Fachleute, die ihr Pracktikum und Fortschrittbuldung in
Deutschland gehabt haben, den Unterricht geben. Alles ist bis in die
Einzelheiten durchgedacht. Da sehe ich aufgestellte neue Schaukel, wo man auf
einem Rollstuhl herauffahren und wie alle andrere Kinder schaukeln kann. Und
heute wird noch ein Kleinbus mit einem Rollstuhlheber und einem –halterungssystem
geschenkt.
Das
ist das Geschenk von der deutschen „Rurtal-Schule“, wo die solchen Kinder
lernen und mit denen die Pskover vieljährige Freundschaft und Zusammenarbeit
verbindet.
Das
Fest schmückt sich mit vielen Farben aus. Möchten Sie essen – bitte schön!
Gerade im Freien, den Duft fortpflanzend, werden die Beefsteaks und Würstchen
gebraten. Und weiter ist ein Tisch mit den Süssigkeiten, und noch weiter mehr
und mehr. Sie können Ihre Meisterschaft im Wettbewerb „Schöpferische Händchen“,
an den Meister-Klassen „Handarbeiterin“, bei der Herstellung von den
Holzerzeugnissen, Postkarten und Notizblöcken
zeigen, und – Vergnügen, Vergnügen... nach allen Geschmäcken und
Interessen.
Aber
nich alle erholen und amüsieren sich. Wenn Sie bei dem Arbeitszimmer der
Werkstattleiterin vorbeikommen, so treffen Sie den Architekten Herrn Raimar
Kirchoff, die Berater Herrn Hans Paskert und Herrn Rolf Gilmann, den sich über
die Zeichnungen von einem neuen Projekt – die 3. Reihe der
Werkstattentwicklung gebeugten. Die Verwaltung des Bundeslandes
Nordrhein-Westfalen hat 500 Tausend Euro bereitgestellt. Das ist eine große
Unterstützung unseren Projekten. Deshalb streiten die Fachleute, wie man die
Werkstätten besser ausrüsten kann, damit es höchstens ökonomisch und vernünftig
wäre, und bis Ende des Jahres 2006 zurechtkommen lassen würde.
In
dieser Zeit ist auf einer großen Bühne „Radost“. „Radost“
(„Freude“) – so heißt ein Tanzensemble der Städtischen Kulturzentrum,
das das Fest besucht. Ein wunderschönes Vokalensemble der Kirche von Ljubjatowo
ist auch hier zu Gast. Aber Freude ist in etwas Anderem auch – in
Zusammenauftritt, sowohl der berühmten Kollektiven, als auch der Jugendlichen
aus dem HPZ und der Werkstätten. Das ist die Freude des gemeinsamen Festes.
Zum
Schluß haben sich alle in einer Kapelle (Hauskirche) gesammelt, die sich im Gebäude
der Werkstätten befindet, und der Priester Wladimir Popow hat einen
Gottesdienst durchgeführt...
Die
Minuten und Stunden der Freude und der Entdeckungen sind vergangen. Wenn ich an
den Quellen der Festorganisierung stehen würde, so nähnte ich es „Tag der
offenen Herzen“. So war es alles gutherzig und innig. Ich bummelte von einem
Platz zu anderem und schon konnte ich nicht unterscheiden: wo die Deutschen
sind, und wer der Russe ist; wer der Wirt, und wer der Gast ist; wo die Kinder
aus dem HPZ und der Werkstätten, und wo die zum Fest Eigeladenen sind; wer die
Eltern von den Kindern, und wer die heutigen Lehrer und Lehrerin sind.
Und
doch ist es „Tag der offenen Tür“, wo der „Eingang“ und der
„Ausgang“ bezeichnen eine Ganzheit. Es möge dieses „Wunder“ kein Ende
haben.
Und
noch ist ein Umstand zu erwähnen. Nach dem Beschluss der Regierung RF gedenkt
man den 3. September als ein Tag der Erinnerung an die Umkommenden von den Händen
der Terroristen in der Stadt Beslan. Um 13.05 ist die Gedenkminute erklährt.
Und das Fest verstummt. Es klingen die Schläge von einem Metronom. Wie ist
alles kompliziert in dieser Welt. Terrorismus geht nicht durch. Die Liebe und
Gutherzigkeit werden alle Wechselfälle des Lebens überwinden... Der Tag der
offenen Tür... Den Tag der offenen Herzen brauchen alle Leute.
Iwan
Kalinin
der
Bevollmächtigte für die Angelegenheiten „Initiative Pskov“
in
der Verwaltung der Stadt Pskov
oder
Ehrenmitglied „Initiative Pskov“