
Werkstatt für Behinderte
EIN MODELL FÜR GANZ RUSSLAND
Was
zur Zeit
Zur Zeit bauen wir die erste Werkstatt für geistig und
schwermehrfach
gebaut
wird:
behinderte Menschen, damit auch für dieses Land der
Satz nicht mehr
Eine
Werkstatt
gilt: „Mit 18 gehen sie ins Nirgendwo.“ Die ersten 200 Plätze
stehen zur
für
geistig und.
Verfügung. Der 4. und letzte Abschnitt ist in Planung.
schwerstmehrfach Mit der Werkstatt wird das erste Heilpädagogische Zentrum in Russland
Behinderte
Wirklichkeit
Die
Kosten
Für die Vollendung fehlen ca. 700.000 €
Wer
trägt die
Die Verantwortung für die korrekte Verwaltung und Abrechung der
Verantwortung? Gelder und für die fachliche Ausgestaltung trägt die als gemeinnützig anerkannte Initiative Pskow e.V.,
an ihrer Spitze als Vorsitzender Superintendent Klaus Eberl,
als Geschäftsführer Dr. Dieter Bach
und Schatzmeisterin Martha Vahrenkamp
Die Werkstatt ...
... und die Werkstattprodukte.
Der Gartenbereich der Werkstatt
Für die Jugendlichen, die mit spätestens 18 Jahren das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) verlassen, wurden nach deutschen Vorbildern die Werkstätten für behinderte Menschen konzipiert.
Das Projekt wurde 2001 in einem Provisorium von älteren Holzhäusern gestartet und seitdem stetig ausgebaut. Zwei von drei Neubauabschnitten sind fertig gestellt.
Produziert werden zurzeit Holzspielzeuge, die sich nicht nur bei russischen Kindern steigender Beliebtheit erfreuen, sondern auch in Deutschland gern auf Gemeindefesten, Basaren und Märkten gekauft werden. Sehr begehrt ist auch der „Pskower Engel“ im Leinensäckchen mit Engelssprüchen.
In der Näherei werden u.a. Einkaufstaschen genäht und bedruckt. Als Beispiel für die industrielle Produktion dieser Abteilung seien noch die Fertigung von Bettwäsche für Heime und Krankenhäuser sowie von Schutzhandschuhen für Bau- oder Metallarbeiter erwähnt.
Eine Abteilung, die besonders erfolgreich auf dem russischen Markt ankommt, ist die Gärtnerei. Im Augenblick ist das noch ein Sammelbegriff für Arbeiten, die mit Erde und Pflanzen zu tun haben. In zwei Treibhäusern werden Blüten- und Gemüsepflanzen herangezogen, wobei letztere ihr weiteres Leben dann auf den in Russland so beliebten „Datschen“ fortsetzen. Daneben gibt es eine sehr erfolgreiche Kooperation mit einer lettischen Baumschule, die in unmittelbarer Nähe eine Filiale betreibt und sich von der Werkstatt gegen Bezahlung ihre Verkaufsware pflegen lässt. Immer öfter werden auch landschaftspflegerische Arbeiten im Stadtgebiet nachgefragt und ausgeführt.
In der Schreinerei werden neben den Grobarbeiten für die Spielzeugproduktion auch Gartenmöbel und kleine Stücke für den Hausgebrauch (Fußbänkchen und Schränkchen) hergestellt.
Da die hauswirtschaftliche Abteilung bislang hauptsächlich unterstützende Arbeiten im eigenen Haus durchgeführt hat, die keine direkten Einnahmen bringen, wird sie nun um einen produktiven Zweig erweitert: Es wurde eine kleine Wäscherei eingerichtet, die im Laufe der nächsten Wochen ihre Arbeit aufnehmen wird und auf dem Wachstumsmarkt Touristik den Hotels und Pensionen das Säubern ihrer Wäsche anbieten kann.
In den neuen Räumen des 3. Bauabschnitts wird eine Metallverarbeitung eingerichtet. Zu Anfang sollen hier Rollstühle für Körperbehinderte verkauft, gewartet und repariert werden. Später soll auch das Zusammenbauen möglich sein. Bis dahin werden die Räume aber noch für einfache Verpackungsarbeiten genutzt, für die es schon Anfragen gibt. Zu diesem Zweig gehört auch das Herstellen von geeigneten Verpackungseinheiten sowie das einfache Zusammenbauen von Einzelteilen zu einem Ganzen. Mit der Zeit soll an dieser Stelle eine komplette Montage- und Verpackungsabteilung entstehen.
Weiter ausgebaut wird auch die Textilabteilung und besonders der Zweig „Textilbeschriftung“. Hier sollen neben den Taschen demnächst auch T-Shirts und Konfektionsware bedruckt werden.
Eine Abteilung für die professionelle Kerzenherstellung ist auch schon im Aufbau. Zurzeit wird dort aber nur sporadisch gearbeitet, und zwar dann, wenn die Gärtner wegen schlechten Wetters nicht ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen können.
Im Augenblick geht auch der Aufbau einer Trainingseinheit kräftig voran. Standort ist das Holzhaus, das bis vor kurzem an das HPZ als Werkstufe vermietet war. Hier sollen die Neuankömmlinge nach ihrer Schulzeit auf die Werkstattarbeit vorbereitet und die geeignete Abteilung für die berufliche Zukunft herausgefunden werden.
Der jetzt in Angriff genommene 4. Bauabschnitt ist in zwei Stufen gegliedert. In Stufe 4.1 liegt das Hauptaugenmerk zunächst auf der Vervollständigung der Infrastruktur der schon gebauten Abschnitte eins bis drei, damit das Vorhandene als harmonische Einheit genutzt werden kann. Außerdem sollen der jetzt schon sehr vermisste Speisesaal gebaut und endlich die Sanitär- und Umkleideräume für die Mitarbeiter ergänzt werden. Die mittelfristige Planung sieht vor, das Arbeitsangebot erst einmal mit den damit erreichten ca. 200 Plätzen nicht weiter aufzustocken und die restlichen ca. 50 Plätze erst in einem Bauabschnitt 4.2 anzugehen, wenn sie benötigt werden. Das kann schon in drei bis fünf Jahren der Fall sein, denn die politische Entwicklung schreitet mit Riesenschritten voran. Das heißt, dass die Trägerschaft und die sachliche Verantwortung für der Pskower Werkstätten sehr wahrscheinlich von der Stadt auf den Oblast’ (Regierungsbezirk) übergehen und sich damit die Grundplanungsdaten für das Einzugsgebiet der Werkstatt stark verändern.
Wie schnell der Aufbau der noch ausstehenden beiden Treibhäuser folgen kann, hängt besonders von zwei baulichen Hindernissen ab. Über den vorgesehenen Bauplatz führt eine Hochspannungsleitung, die das HPZ versorgt. Darunter dürfen keine Dauerarbeitsplätze eingerichtet werden. Außerdem ist die Kanalisation für das Gesamtgelände „Werkstätten“ noch nicht fertig gestellt. Der städtische Kanal liegt ca. 600 m entfernt. Ein Anschluss wird von Jahr zu Jahr vom Tiefbauamt versprochen, aber aus Geldmangel immer wieder verschoben. Die bis zum Anschluss an den städtischen Kanal notwendige Sickergrube liegt aber im Baugebiet für die Treibhauserweiterung.
So gibt es immer wieder Schwierigkeiten, und die machen unsere Arbeit so spannend.