Die Initiative Pskow in der Ev. Kirche im Rheinland e.V.

1998 wurde die Initiative Pskow in der Evangelischen Kirche im Rheinland gegründet. Sie soll in besonderer Weise die Kontakte zu Russland mit dem Schwerpunkt Pskow aufrechterhalten. Die Initiative Pskow hat über 300 Mitglieder. Mitglied kann jede natürliche Person, aber auch Kirchengemeinden, und Kirchenkreise werden.

 

 

Wie wir helfen ....  Wir unterstützen derzeit 42 Projekte im sozialen Bereich, in der Behindertenarbeit, Altenarbeit, der Jugend- und Bildungsarbeit, in Handwerksbetrieben und im Bereich von Kultur und Kirche.

Die Projekte

 

Die Initiative: Fotos aus Pskow (Deutsche Woche in Pskow 2005:   )

 

Dadurch kann die Stadt Pskow als die sozialste Stadt Russlands bezeichnet werden.

> Die Stadt Pskow

 

Wie die Hilfe entstand: 

Kleine Chronologie >  

Drei Phasen der Aufbauarbeit >

 

 

Texte & Berichte

klaus-eberl

„Warum wir helfen ...“

 

Klaus Eberl: Behinderung ist kein Defizit, sondern Herausforderung zur Solidarität" >

 

Mitgliederversammlung 2009 – Bericht des Beirates [Download, 3,4 MB]

Mitgliederversammlung 2008 - Rechenschaftsbericht [Download, 2 MB]

 


 

Kleine Chronologie der Initiative Pskow 

 

Juni 1991: Eine Delegation unter Leitung des damaligen Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Peter Beier, besucht zum Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion die Stadt Pskow, um dort ihre Bitte um Versöhnung vorzutragen. Versöhnung aber ist nicht ein einmaliger Akt, sondern ein Prozess über lange Zeit.

1993: Das Heilpädagogische Zentrum mit 50 Plätzen für geistig und schwermehrfach behinderte Schülerinnen und Schüler wird in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Wassenberg eröffnet. Die Staatskanzlei NRW bezuschusst den Bau.

1995: Die Landessynode der EKiR beschließt, dass ein wichtiger Akzent ihres Osteuropa-Engagements in Pskow liegen soll. Die Stadt Pskow richtet einen Behindertenkindergarten ein. Später wird zum gleichen Zweck ein zweites Haus ausgebaut.

1997: Dr. Dieter Bach, Geschäftsführer der Initiative Pskow, wird Ehrenbürger von Pskow, 1999 erhält er die Ehrendoktorwürde der Freien Pädagogischen Universität in Moskau. - Im Januar 2002 wird auch der Vorsitzende der Initiative Pskow, Pfarrer Klaus Eberl, zum Ehrenbürger der Stadt Pskow ernannt.

1999: Gründung der „Initiative Pskow in der Evangelischen Kirche im Rheinland“. Die „Initiative“ wird Mitglied im Diakonischen Werk der EKiR.

2001: Die Werkstatt für Behinderte nimmt ihre Arbeit auf.

Am 3. Oktober 2002 ergeht eine Anordnung des Präsidenten der Russischen Föderation, in der Wladimir Putin Dr. Dieter Bach seinen Dank ausspricht „für den großen Beitrag in der deutsch-russischen Zusammenarbeit und das soziale Engagement“.

2002: Der Chor der Hl. Nikolaj-Kirche in Ljubjatowo, Oblast Pskow, erringt einen Preis beim Internationalen Festival Orthodoxer Chormusik in Hajnówka, Polen. Durch seine von der Initiative Pskow organisierten Tourneen durch Westeuropa unterstützt der Chor Projekte der IP.

2003: Die Werkstatt für Behinderte wird auf 90 Plätze erweitert. Das Frühförderzentrum „Limpopo“ nimmt in Pskow seine Arbeit auf. Unter Assistenz der  Rurtalschule in Heinsberg und des Sozialpädiatrischen Zentrums am Sana-Klinikum Remscheid werden hier Pskower Eltern darin beraten, ihre körperlich oder geistig behinderten Kinder zwischen null und sechs Jahren zu fördern.

2004 überreicht der deutsche Generalkonsul aus St. Petersburg, Reinhart Kraus, Ivan Kalinin, dem seit der Gründung des Partnerschaftsverhältnisses 1991 wichtigsten Partner auf russischer Seite, das Bundesverdienstkreuz.

2004: Beginn der Kurse für ein regionales System der Sonderpädagogischen Weiterentwicklung.

2005: Das Deutsch-Russische Forum überreicht der Initiative Pskow gleich drei Ehrenurkunden des Förderpreises der Robert-Bosch-Stiftung für deutsch-russisches Bürgerengagement: Für die Deutsche Woche in Pskow, für den Bau einer Station für elternlose Kleinkinder und ihre pädagogische und psychologische Begleitung und für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich geistig- und mehrfach behinderter Menschen.

 

2006: Die Solidaritätsaktion zwischen den Städten Mülheim/Ruhr und Pskow wird gestartet, mit Ausstellungen, Vorträgen, Gottesdiensten, Konzerten – und dank des Engagements von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld ein großer Erfolg. Es geht um die Finanzierung des vierten und letzten Bauabschnitts der Werkstätten.

Mitglieder und Freunde der Initiative gründen unter Vorsitz von Hedda Mönkemöller den „Wuppertaler Arbeitskreis“, der sich um die Waisenkinder kümmert, die wegen ihres Alters nicht länger unter dem „Dach der Geborgenheit“ im Kinderkrankenhaus der Stadt Pskow untergebracht werden können. Im Ortsteil Tscherjocha werden in einem ehemaligen Offiziersclub helle, freundliche Räume eingerichtet.

 

2007: Nachdem ein Gebäudeteil des Heilpädagogischen Zentrums abgebrannt war, wird ein Erweiterungsbau mit direkter Verbindung zur Schule eröffnet.

Das Holzhaus selbst wird wieder aufgebaut und dient zukünftig als Trainingszentrum der Werkstatt.

Das zweite Treibhaus für den gärtnerischen Teil der Werkstätten geht in Betrieb.

Die ersten Absolventinnen einer berufsbegleitenden Weiterbildung in Heilpädagogik und Pflege nehmen ihre Zeugnisse von der der Pädagogischen Hochschule Pskow entgegen.

 

2008: Die neu gegründete Brassband des Waisenhauses Pskow kommt erstmals zu einer Tournee nach Deutschland. Die Konzerte in NRW werden begeistert aufgenommen.

Unterstützt durch die Robert Bosch- und die Werner Peter Schmitz-Stiftung startet die Initiative Pskow ein Vernetzungsprojekt für zunächst 10 russische Städte. Ziel ist es, das in Pskow bewährte gegliederte System der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen auf ganz Russland auszudehnen.

 

2009: Eine „Trainingswohnung“ für behinderte junge Erwachsene wird in Pskow eröffnet. Sie können hier für einige Wochen lernen, ein betreutes Leben außerhalb der elterlichen Wohnung zu führen. Denn irgendwann werden die Eltern nicht mehr am Leben oder nicht mehr in der Lage sein, für ihre Kinder zu sorgen. Das Thema Wohnen bleibt auf der Tagesordnung.

 

2010: Das Heilpädagogische Zentrum und die Werkstätten werden aus der Zuständigkeit der Stadt in die des Oblast Pskow übergehen. Generalgouverneur Ilja Klebanow und Gouverneur Andrej Turtschak besuchen die beiden Einrichtungen und sagen zu, dass der Oblast die Hälfte der Baukosten für die letzte Ausbaustufe der Werkstätten (insgesamt 1 Million Euro) übernehmen wird, wenn die deutsche Seite die andere Hälfte aufbringt.