Behinderte und sterbende Menschen

bitten um unsere Hilfe

 

Die erste und bisher einzige Werkstatt für behinderte Menschen in Russland entsteht in Pskow. Sie hat in der ersten Stufe ihre Bewährungsprobe bestanden. 40 geistig und mehrfachbehinderte Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren finden seit Juni 2001 in ihr Fürsorge, Versorgung und Arbeit. Die Produkte aus ihrem Garten sind in Pskow begehrt, ihr einwandfrei hergestelltes Holzspielzeug findet auch in Deutschland guten Absatz.

40 Plätze wurden geschaffen. 200 werden in der Stadt Pskow gebraucht. Weitere 50 sollen deshalb im Herbst 2003 fertig werden. Wir haben mit dem 2. Bauabschnitt begonnen. Die Kosten betragen 430.000 €. Von zwei Stiftungen erhalten wir 300.000 €. Selbst aufgebracht durch Spenden und Kollekten haben wir bisher 70.000 € Noch fehlen uns, um das Ziel zu erreichen 60.000 €.

Im Hospiz für sterbende Menschen sollen 40 Plätze geschaffen werden. Besonders an Krebs erkrankte alte Frauen und Männer leben unter schwierigsten und unwürdigen Verhältnissen. Die Stadt Pskow in ihren desolaten finanziellen Verhältnissen tut, was in ihren Kräften steht, um aus einem leer stehenden Kindergarten ein Sterbehospiz zu errichten. Aber sie schafft es nicht allein.

Schon haben sich einige Gemeinden und Einrichtungen bei uns gefunden, die mit anpacken. Die Gesamtkosten betragen 250.000 €.

Die Stadt und der Oblast Pskow haben 100.000 € bereit gestellt. Aus dem Rheinland kamen bisher 20.000 €. Noch aber fehlen 130.000 €, um das dringend notwendige Werk zu vollenden.

Wir bitten Sie, uns mit Ihrer Weihnachtsspende 2002 zu helfen. Jeder Euro zählt. Für jeden Beitrag stellen wir eine Spendenbescheinigung aus. Wir garantieren, dass Ihr Geld hundertprozentig dem Spendenzweck zugute kommt.

Bitte überweisen Sie Ihre Gabe mit dem Vermerk ‚Weihnachtsspende 2002’ auf unser Konto bei der Bank für Kirche und Diakonie Duisburg, BLZ 350 601 90, Konto 101 341 50 10.


Das Förderzentrum für Kinder mit (geistigen) Behinderungen im Vorschulalter in Pskow/Russland Ein deutsch/russisches Gemeinschaftsprojekt der Rurtal-Schule Heinsberg-Oberbruch und des Heilpädagogischen Zentrums Pskow

Die Rurtal-Schule Heinsberg-Oberbruch und das 1993 gegründete Heilpädagogische Zentrum Pskow (HPZ) arbeiten als Partner für die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen eng zusammen. Sie haben durch ihre konsequente pädagogische und inhaltliche Arbeit dazu beigetragen, dass vom HPZ in mehrdimensionaler Weise wichtige und richtungsweisende bildungspolitische Impulse für die gesamte Russische Föderation ausgehen.

Nachdem für den Schulbesuch von Menschen mit geistigen Behinderungen gesorgt war, konnte im Sommer 2001 auf dem Gelände neben dem HPZ auf Betreiben der "Initiative Pskow der Ev. Kirche im Rheinland e.V." eine Werkstatt für Behinderte eröffnet werden. Erwachsene Menschen mit geistigen Behinderungen, die u.a. das HPZ verlassen, finden dort ihren Platz.

Bei der Förderung von Kindern mit geistigen Behinderungen im Vorschulbereich besteht jedoch noch eine Lücke. Gemeinsam mit dem HPZ hat die Rurtal-Schule die Stadt Pskow hartnäckig darauf gedrängt, diese Lücke zu schließen. Im Herbst 2001 beschloss die Stadt Pskow trotz einer äußerst angespannten Haushaltslage die Einrichtung des Förderzentrums in ihrer Trägerschaft.

Hier werden die diagnostischen, therapeutischen und pädagogischen Voraussetzungen für eine gezielte Förderung von Kindern mit Behinderungen im Vorschulalter (0–6 Jahre) geschaffen, insbesondere für Kinder mit geistigen und mehrfachen Behinderungen, die mit 6 Jahren Aufnahme in das HPZ Pskow finden sollen.

Für das Förderzentrum sind Stellen für Physiotherapeuten, Psychologen, Pädagogen, Logopäden und Ärzten vorgesehen, die im interdisziplinären Kontext individuelle Förderprogramme auch in intensiver Zusammenarbeit mit den Eltern entwickeln werden. Für die Unterbringung des Förderzentrums sind die Räume im Untergeschoss des Kinder-Rehazentrums Pskow in der Stachanwoskaja Straße bereitgestellt worden, die jedoch stark sanierungsbedürftig sind.

Die Federführung beim Aufbau des neuen Förderzentrums liegt auf Wunsch der Stadt Pskow bei der Rurtal-Schule und dem Heilpädagogischen Zentrum. Zu ihren Aufgaben gehören zunächst die Sanierung der Behandlungs- und Förderräume. Sie werden das Förderzentrum aber auch langfristig auf der inhaltlichen und fachlichen Ebene begleiten und Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen koordinieren. Der Evangelische Kirchenkreis soll das Förderzentrum in den nächsten Jahren bei der Beschaffung von Übungsmaterialien und bei der Durchführung von Fortbildungen unterstützen.

Die Stadt Pskow hat aus eigenen Mitteln einen Wassertherapiebereich bereits komplett saniert, die Rurtal-Schule übernahm auch als symbolisches Zeichen die Sanierung eines Gymnastikraumes, in dem die Kinder psychomotorische Übungsbehandlungen bekommen können. Anfang Oktober konnte nach der Renovierung ein heller und freundlicher Raum im Beisein des Schulleiters der Rurtal-Schule, Bernd Schleberger, in einer kleinen Feier übergeben werden.

Bernd Schleberger


Gymnastikraum des Frühförderzentrums kurz vor der Fertigstellung


Integrationszentrum für Jugendliche wird Wirklichkeit

Das Netz zur sozialen und pädagogischen Betreuung junger Menschen außerhalb der staatlichen Schulen wird in Pskow immer dichter.

Am Anfang stand die Schule des Heilpädagogischen Zentrums für geistig und mehrfach behinderte Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, getragen von der Gemeinde Wassenberg und vielen Spendern der rheinischen Kirche. 1995 kam der Kindergarten für Behinderte hinzu, den die Stadt Pskow aus eigener Kraft errichtete und bis heute unterhält.

1999 begannen wir mit dem Bau der Werkstatt für behinderte Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren, 40 konnten bisher darin aufgenommen werden, knapp 100 sollen es bis Ende 2003 sein.

Im Jahre 2001 wurde ein leerstehender Kindergarten mit Mitteln der W.P. Schmitz–Stiftung von Grund auf renoviert. 50 Sozialwaise zwischen 6 und 16 Jahren haben darin Aufnahme gefunden. Für die von ihren Müttern nach der Geburt im Krankenhaus zurückgelassenen Säuglinge wird durch eine Initiative aus Wuppertal, die voraussichtlich die Unterstützung durch die KINDERNOTHILFE erfährt, eine eigene Etage eingerichtet, mit Spielzimmer und Gymnastikraum und vor allem der entsprechenden pädagogischen und psychologischen Betreuung.

Jetzt soll das System der Fürsorge geschlossen werden. Vorgeschaltet wird, wie wir in dieser Ausgabe berichten ( siehe Seite 2), das Frühförderungszentrum für 0–6 Jährige, und am Ende der Kette entsteht das Integrationszentrum für Jugendliche.

Groß ist die Zahl junger Menschen zwischen 16 und 18 Jahren in Pskow, die aus der Bahn geworfen sind oder zu scheitern drohen. Sie kommen aus sozial gefährdeten Familien, in denen die Eltern Alkoholiker sind oder aus anderen Gründen völlig verwahrlosten, stammen aus Kinderheimen im Oblast, aus denen sie weggelaufen sind, werden als Prostituierte auf der Straße aufgegriffen oder waren schon straffällig und sind aus dem Gefängnis entlassen.

Die Verantwortlichen der Stadt bemühen sich, Wohnungen und vor allem Arbeitsplätze für diese junge Menschen zu beschaffen. Aber das gelingt nur in den seltensten Fällen sofort.

Eine Aufenthaltsort für die Übergangszeit muss geschaffen werden, in dem sich die Jugendlichen während der Vermittlungsphase für 6–12 Monate aufhalten können und betreut werden.

Am Rande der Stadt gibt es einen leerstehenden Kindergarten, das Waldhaus genannt. Er ist sehr baufällig, fast nur eine Ruine. Die Stadt begann, unterstützt vom Ökumenischen Arbeitskreis in Meerbusch mit der Sanierung. Nur die Außenwände konnten stehen bleiben.

Das Dach wurde neu gedeckt, das Haus völlig ausgekernt. Dann aber ging das Geld aus, eine weitere Bauruine in der russischen Stadt?

Da erklärte sich wieder einmal die W. P. Schmitz–Stiftung bereit, die Renovierungsarbeiten zu unterstützen. Der Meerbuscher Kreis bot weitere Beteiligung an. So besteht die berechtigte Hoffnung, dass im Frühjahr 2003 die Arbeiten so weit fortgeschritten sind, dass 20–25 Jugendliche aufgenommen werden können. An die KINDERNOTHILFE wurde ebenfalls ein Antrag gestellt, für 4 Jahre die Gehälter des psychologischen und pädagogischen Personals zu übernehmen, und für die auch hier notwendige Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte zu sorgen. Denn sie sind von ihrer Ausbildung her noch immer viel zu stark im Denken des alten sowjetischen Systems befangen.

Insgesamt sind die Aussichten nicht schlecht, dass das Integrationszentrum für gefährdete Jugendliche im nächsten Jahr seine Arbeit voll aufnehmen kann.

Dieter Bach


Pskow wird 1.100 Jahre alt

2003 ist es so weit. Die altehrwürdige Stadt Pskow wird 1.100 Jahr alt. So weit reichen die schriftlichen Urkunden zurück. Nach den Ausgrabungen handelt es sich um ein viel älteres Siedlungsgebiet. Aber auch so ist Pskow die drittälteste Stadt im großen russischen Reich. Mehr Jahre auf dem Buckel haben nur noch Ladoga und Nowgorod.

Klar, dass alle in der Stadt an Welikaja und Pskowa dem großen Ereignis entgegenfiebern. Der bewährte Regisseur Iwan Kalinin hat die Aufgabe übernommen, die vielen Festveranstaltungen zu koordinieren, zu denen sich auch der Präsident, Wladimir Putin und der Patriarch der Russisch–Orthodoxen Kirche angesagt haben.

Natürlich werden wir uns von der Initiative Pskow gebührend an den Feierlichkeiten beteiligen.

Hier ein erster Überblick über unsere Planungen:

April: Vorstellung des russisch-deutschen Buches, herausgeben von Iwan Kalinin und Dieter Bach "Ich habe in dein Herz gesehen", Geschichten zu den Begegnungen zwischen Russen und Deutschen in den letzten 10 Jahren.

April: Internationale Konferenz: "Pskow in der russischen und der europäischen Geschichte"

April/Mai Konzert von Kristina Vahrenkamp mit dem Pskower Kammerorchester.

30./31. Mai: 10 jähriges Bestehen des Heilpädagogischen Zentrums verbunden mit einem großen Konzert von behinderten und nichtbehinderten Menschen aus dem Kreis Heinzberg und Pskow, getragen von der Gemeinde Wassenberg und der Rurtalschule.

20.–24. Juli Festwoche der Stadt Pskow, zu der der Vorstand unserer Initiative eingeladen ist.

08.–13. September Woche deutscher Kultur in Pskow, getragen von unserer Initiative, der Stadt Neuss und dem Deutsch–Russischen Begegnungszentrum. In dieser Woche findet auch die Eröffnung des 2. Bauabschnitts der Werkstatt für behinderte Menschen statt. Aus diesem Anlass wird die Band des Theodor–Fliedner–Stiftes, die sich aus behinderten Jugendlichen zusammen setzt, an der Welikaja auftreten.

Für unsere Mitglieder bieten wir besonders die Teilnahme vom 01. – 13. September an.

Vorgeschaltet ist eine Studienfahrt, die uns in die beiden noch älteren Städte Russlands, Ladoga und Nowgorod führt. Vom 10.–12. September können Sie dann an den Tagen deutscher Kultur in Pskow teilnehmen.

Voranmeldungen für Mitglieder sind ab sofort möglich.

Dieter Bach


Internationaler Sieg des Ljubjatow Chors

Beim internationalen Chorfestival in Hajnowka, Polen, dem derzeitigen ‚Olymp’ orthodoxer Chormusik hat der Chor der Heiligen Nikolauskirche aus Ljubjatowo, unter der Leitung von Tatjana Laptewa einen Sieg errungen.

Die Presse in Pskow hat das Ereignis entsprechend gewürdigt, ist es doch das erste Mal, dass ein Chor aus dem Oblast so hervorragend abgeschnitten hat.

Georg Linke


Präsident Putin dankt kirchlicher Initiative

Düsseldorf/Moskau (07. Oktober 2002) Der russische Präsident Wladimir Putin hat der "Pskow–Initiative" der Evangelischen Kirche im Rheinland seinen Dank ausgesprochen. Der Geschäftsführer der Initiative, Dieter Bach, habe einen großen Beitrag für die russisch–deutsche Zusammenarbeit geleistet, teilte der Pressedienst des Präsidenten am Samstag nach Angaben der Agentur Itar–Tass in Moskau mit. Ausgangspunkt für das Engagement in der Stadt Pskow (Pleskau) im Nordwesten Russlands ist der Versöhnungsgedanke mehr als 50 Jahre nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion. Das Spektrum der Hilfe umfasst nach Angaben der evangelischen Kirche mehrere soziale Projekte, Behindertenarbeit, Bildung sowie handwerkliche und kirchliche Zusammenarbeit.

dpa

Ihre Anfragen richten Sie bitte an die
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Tel.: 02 03 / 66 65 64
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Redaktion:Dr. Dieter Bach, Geschäftsführer
Initiative Pskow in der EKiR e.V.
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E-Mail:drdieter.bach@t-online.de
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Editorial:Klaus Eberl
Autoren:Dr. Dieter Bach, Bernd Schleberger, Martha Vahrenkamp, Dr. Georg Linke, Peter Degener
Bankverbindung:Bank für Kirche und Diakonie
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