Der Partnerschaftsvertrag mit der Stadt Pskow trägt Früchte
In der Mitgliederversammlung am 09. März in Neuss haben der Bürgermeister der Stadt Pskow, Iwan Kalinin, und der Vorsitzende unserer INITIATIVE, Klaus Eberl, den offiziellen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Geschehen ist das auch auf Grund der Beratung durch das Deutsch-Russische-Forum, in dem alle Partnerstädte Russlands und Deutschlands zusammengefasst sind. Dieses Forum hat uns nach der Unterzeichung als ordentliches Mitglied aufgenommen. Wir gehören gleichberechtigt in den Kreis der Städte wie Dortmund, Köln, Bonn, Düsseldorf erhalten alle Informationen, können uns an Tagungen, Ausschreibungen, Veranstaltungen und Studienfahrten beteiligen.
Der Vertrag hat folgenden Wortlaut:
Die Initiative Pskow mit den zu ihrer Förderung zusammengeschlossenen Menschen und die Stadt Pskow sind seit Jahren durch eine Vielzahl von gemeinsamen Projekten und Vorhaben mit städtischen, kirchlichen und privaten Einrichtungen in Pskow untereinander verbunden. Diese Zusammen-arbeit ist getragen vom Willen zur Versöhnung und zum dauerhaften friedlichen Zusammenleben. Sie verfolgt die Absicht, dem Wohle der Menschen auf beiden Seiten zu dienen. Zur Bekräftigung ihres gemeinsamen Willens und ihrer gemeinsamen Absicht schließen die Initiative Pskow und die Stadt Pskow diesen Partnerschaftsvertrag. Sie dokumentieren damit ihre Wertschätzung der bereits gewachsenen Beziehungen.
Sie hegen die feste Absicht, diese Beziehungen auch in Zukunft zu pflegen und auszubauen.
Durch regelmäßige Konsultationen sollen der Stand des Erreichten überprüft und die Verhandlungen und die Planungen zwischen Mitgliedern der Initiative und den Partnern in Pskow koordiniert werden.
Gez. Klaus Eberl Iwan Kalinin Vorsitzender der Initiative Pskow Bürgermeister der Stadt Pskow
Aus unseren Projekten
" Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden"
TOBIAS KALLFELL leistet seinen Zivildienst als "anderen Dienst im Ausland" im heilpädagogischen Zentrum in Pskow. Nachdem er einige Wochen dort war, schrieb er an die entsendende Gemeinde: "Nach nun zwei Monaten Aufenthalt hier in Pskow ist es an der Zeit, Ihnen einen ersten Bericht meiner Eindrücke hier vor Ort zu geben. Ich denke, erst jetzt kann ich sagen, dass ich mich richtig gut eingelebt habe und die vielen Eindrücke, die in der ersten Zeit regelrecht auf mich einschlugen, soweit verarbeitet habe, dass ich sie wiedergeben kann. Ich dachte selbst, es würde schneller gehen. Schließlich kannte ich Pskow schon und bin nicht zum ersten Mal hier; aber es nahm doch mehr Zeit in Anspruch. Heute kann ich feststellen, dass ich alle Kinder und Mitarbeiter recht gut kennen gelernt habe. Und erst jetzt weiß ich, wie sinnvoll die Arbeit mit behinderten Kindern seien kann. Es ist schön zu sehen, wie die Kinder aufblühen, wenn sie im Zentrum unterrichtet und beschäftigt werden und so aus ihrem vielleicht sonst allzu tristen Alltag ausbrechen können.
Zu Anfang hatte ich weder Kontakt noch Erfahrung mit behinderten Kindern, doch die Mitarbeiter standen mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Ich musste mich natürlich erst an den Umgang mit den Kindern gewöhnen, jedes Einzelne von ihnen kennen lernen. Jedes hat einen eigenen Charakter, den es zu erkunden gilt. Oftmals, wenn ich dachte, jetzt weiß ich schon, wie ich in welcher Situation reagieren muss, ereignete sich wieder etwas Neues. Noch immer bringen manche Tage neue Erfahrungen. Aber es ist leichter geworden. Ein von gegenseitigem Zutrauen geprägtes Miteinander ist heute möglich.
Der Umgang mit Behinderten ist, wie ich es mir schon am Anfang, noch bevor ich diesen Dienst überhaupt angetreten habe, gewünscht habe, zu einem normalen Umgang geworden. Ich bin ein vollkommen anderer Mensch geworden. Die Kinder zeigen mir Dinge, die mir vorher nicht bewusst waren oder die einfach verloren gegangen sind.
Natürlich ist dieser Dienst auch schwer. Aber ich bereue meine Entscheidung, nach Russland gegangen zu sein, in keiner Weise. Nein, ganz im Gegenteil, ich bin froh diesen Schritt getan zu haben, denn nur wenige Menschen bekommen eine solch einmalige Gelegenheit. Dafür bin ich der Gemeinde Wassenberg dankbar, vor allem auch für das Vertrauen, das die Gemeinde in mich gesetzt hat.
Viele Grüße
Tobias Kallfell
Pskow
Am 1. August wird ein zweiter Zivildienstleistender seinen Dienst im Ausland
in der Werkstatt für behinderte Menschen in Pskow antreten, Jonas Wiedner aus Moers.
Zukunft schaffen für verlassene Säuglinge
Am 9. Januar konnte ich mich vor Ort über die Zustände informieren, unter denen von ihren Müttern nach der Entbindung zurückgelassene Babys im Alter von 0-3 Jahren in der Kinderklinik von Pskow vegetieren. In zwei völlig herunter gekommenen ,kleinen, grauen und schmucklosen Räumen sind die Kinder in Betten -dicht an dicht- untergebracht. Im ersten Raum liegen Säuglinge, die im Schlaf nicht auffällig wirkten. Im angrenzenden Zimmer befinden sich die älteren Kinder in ihren Betten. Unser Eintreten verfolgen sie noch nicht einmal mit den Augen, sie stieren vor sich hin. Zwei Ältere stehen in ihren Betten, - sie müssten längst laufen- sind weder durch Ansprechen, Anfassen, Kitzeln oder "Piekser" in den Bauch zu irgendeiner Reaktion zu veranlassen, bewegungslose Kinder mit stumpfen Blicken.
Die einzige Zuwendung, die sie erhalten, besteht im Füttern und Wickeln. In beiden Räumen gibt es kein farbiges Teil, keine Bälle, Bauklötze, Schmusetiere oder Dekorationen. Es ist so deprimierend, dass ich nicht wage, diese Armut zwecks Dokumentation zu fotografieren. Auf Wunsch der Klinikleitung haben wir uns vorgenommen, zunächst einen Raum des Hauses zu renovieren, als Spielraum einzurichten und eine "Mutter" zu finden, die den ganzen Tag Zeit für die Kinder hat und sich mit ihnen beschäftigt. Gebrauchte Möbel, Spielzeug und Kleidung wurden am 08. Mai auf den Transport gegeben Anfang Juli fahre ich wieder nach Pskow. Der Chefarzt einer Kinderklinik und die Leitung der Kindernothilfe begleiten mich. Vielleicht können wir danach sogar einen großen Schritt tun, um den Kindern eine neue, helle Zukunft zu eröffnen. Hedda Mönkemöller
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Gute Kooperation zwischen der Stadt Neuss und unserer Initiative
Pskow besitzt durch seine Verbundenheit mit der Stadt Neuss einen zweiten Partner im Rheinland. Beide Städte waren Mitglieder der Hanse. Die gemeinsame Vergangenheit führte vor 11 Jahren zu einer Städtepartnerschaft. Vielfältig sind die Verbindungen. Am Anfang standen Hilfssendungen von Lebensmitteln, Kleidungen und Medikamenten für Menschen in Not. Die Feuerwehrleute opferten ihren Urlaub für die mehrmaligen Transporte im Jahr. Außerdem betreut die Feuerwehr seit Jahren ein Kinderwaisenhaus. Das Neusser Ehepaar Halbach organisierte die Suppenküche. Bis heute versorgt sie täglich 300 Erwachsene und 100 Kinder. Drei Schulen pflegen einen Austausch mit Pskower Schulen. Die Pädagogische Hochschule der russischen Stadt entsendet jährlich 1 - 2 Studentinnen bzw. Studenten der Germanistik für ein Praktikum. Die "Nowosti Pskowa" und die"Neuss - Grevenbroicher Zeitung" unterhalten einen gut funktionierenden Presseaustausch.
Mit unserer Initiative besteht eine gute Kooperation. Um uns gegenseitig zu informieren und zu unterstützen hat die Stadt Neuss einen Sitz in unserem Beirat. Er wird wahrgenommen von Dr. Dieter Weißenborn.
Als eine schönes Zeichen der Zusammenarbeit sehen wir an, dass die Neusser uns in ihre gute Stube, die Alte Schmiede, zur Mitgliederversammlung am 09. März einluden. Sie haben uns aufmerksam umsorgt und zur guten Atmosphäre unserer Verhandlungen so wesentlich beigetragen. Vertreter beider Organisationen betonen den Wunsch auf noch intensivere Zusammenarbeit.
Dieter Scheven
Vorankündigungen
Der Ljubjatow - Chor wieder auch 2002 Tournee
Der Chor der Hl. Nikolausgemeinde in Pskow - Ljubjatow besucht uns wieder. Anlässlich der 1.100 Jahrfeier der Stadt Pskow bereist der vielfältig preisgekrönte Chor unter der Leitung von Tatjana Laptewa im August und September 2002 Deutschland, die Niederlande und England. Der Tourneeüberschuss ist wieder für humanitäre Aufgaben in der Heimatstadt bestimmt.
Aufenthaltsorte sind zu erfahren unter Telefon 0241 / 55 33 58 und 0241 / 55 38 79 oder
www.ac-eilendorf.de/pskow-chor.
Georg Linke
Die Musikgruppe TROIKA lädt ein
Von Mitte November bis Ende Dezember 2002 ist die Musikgruppe TROIKA in Deutschland unterwegs, einer Reihe unser Mitglieder bekannt von ihrem Aufenthalt in St. Petersburg 2001. Zum Repertoire der Gruppe gehört folkloristische ebenso wie weihnachtliche Musik. Ein zweistündiger Auftritt kostet 500€
Terminabsprachen können direkt mit dem Leiter der Gruppe Boris Averin in St. Petersburg getroffen werden.: Tel /Fax 007-812-534 79 11 oder mit Christina Twittenhoff, 48308 Senden, Bredenbeck 12 A, Telefax: 02597–6105
Wir suchen:
Gebrauchte, funktionsfähige Laptops. Sie sind in Russland Mangelware und können für einen Preis von 200$ - 500$ verkauft werden.
Wir brauchen das Geld, um die 100.000€ Eigenanteil bei der Finanzierung des 2. Bauabschnitts der Behindertenwerkstatt aufzubringen. Dieter Bach
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