Tage der Trauer – Feste der Versöhnung

10 Jahre Partnerschaft Pskow - Evangelische Kirche im Rheinland

Gedenktage weisen über ihren eigentlichen Anlass hinaus. Das war schon 1991 so, als unter Leitung von Präses Peter Beier eine Gruppe der Evangelischen Kirche im Rheinland und Pskower Bürger einander besuchten, um ein Zeichen des Friedens zu setzen. Daraus ist eine stabile und erfolgreiche Partnerschaft entstanden.

Die Rheinische Delegation kam auch zum 60. Jahrestag des Kriegsbeginns nach Pskow. Noch immer ist der 22. Juni in Russland ein besonderes Datum. Veteranen, Politiker, Bürger und Schulkinder gedenken an einem der Massengräber der 22 Millionen sowjetischen Toten des 2. Weltkriegs. Diesmal kam ein anderer Akzent hinzu. 60 Jahre nach dem Überfall deutscher Truppen konnte das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft zwischen der Stadt Pskow und der Evangelischen Kirche im Rheinland gefeiert werden. Aus der Begegnung 1991 heraus sind das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) und viele Projekte der humanitären Hilfe, des fachlichen Austausches und der Partnerschaft von Institutionen entstanden. Der Tag der Trauer wurde zugleich zum Fest der Versöhnung: Russen und Deutsche legten gemeinsam Blumen an den Gräbern nieder, ein Bundeswehr-Oberst in Uniform hielt eine Rede. Und die Veteranen erinnerten an die Orte des Schreckens:+ Stalingrad, Leningrad, aber auch: Hamburg, Dresden, Hiroschima.

"Aus dem Samen einer Idee ist ein starker Baum der Freundschaft gewachsen", resümierte Bürgermeister Kalinin. Vertrauen ist gewachsen. Das Engagement für Behinderte, Arme und Kranke hat das Verhältnis der Völker und das Sozialwesen der Stadt nachhaltig verändert. Nachdem das HPZ ein Modell für die Behindertenarbeit im ganzen Land geworden ist, konnte pünktlich zum Jubiläum gleich nebenan eine Beschützende Werkstatt eröffnet werden. Bis 2003 sollen hier 150 beschützte Arbeitsplätze entstehen: Blumenzucht in einem Gewächshaus, Herstellung einfacher Souvenirs u.a.m.

Der Gegenbesuch im Rheinland fand vom 29.8 bis 2.9. statt. Die 31 Mitglieder der Pskower Delegation wurden bei Mitgliedern der "Initiative" untergebracht. Unter ihnen befanden sich mit Stadtpräsident Choronen, Bürgermeister Kalinin, stellv. Gouverneur Demjanenko und dem Vorsitzenden der Stadtduma Trifonow wichtige Repräsentanten der Politik sowie Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche, der Wissenschaft, der Gewerkschaft, der Presse u.a.m. Besuche verschiedener Kirchengemeinden und sozialer Einrichtungen, z.B. der Rurtalschule und der Mülheimer Werkstätten, bildeten die Grundlage für einen tiefgehenden Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Dass dabei auch neue Ideen entwickelt wurden, versteht sich fast von selbst.

Das zentrale Programm in Bonn begann mit einer Mitgliederversammlung, auf der einige Regularien bearbeitet werden mussten. In ihrem Mittelpunkt stand jedoch die Auszeichnung von Iwan Kalinin mit der Ehrenmitgliedschaft.

Arbeitssitzung mit Iwan Kalinin

Auf Pskower Seite war und ist er verlässlicher Garant für die Partnerschaft, unermüdlich in seinem Ringen um Versöhnung und um die Verbesserung der Lebensbedingungen in seiner Stadt. Im Anschluss an die Versammlung wurde der Vorstand und der Beirat gemeinsam mit den russischen Gästen vom Generalkonsul in Bad Godesberg empfangen. Der Besuch sollte Probleme der Visabeschaffung beseitigen und über die Vielfalt der Projekte informieren.

Am 1. September, Weltfriedenstag, stand wiederum die Versöhnungsfrage im Mittelpunkt. Ein ökumenischer Gottesdienst in der Bonner Schlosskirche bildete den Auftakt, es folgten die Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus und eine Podiumsdiskussion über die Zukunft Russlands im "Haus der Kirche".

Parallel zum offiziellen Programm blieb natürlich genügend Zeit zum Meinungsaustausch und zur Konzeption neuer Projekte. Viele Mitglieder der Initiative arbeiten schon mit Verve daran. Damit es bald wieder neben dem Gedenken Grund zum Feiern gibt ...

Klaus Eberl


Das Fundament für die weitere fruchtbare Zusammenarbeit wurde gelegt

Michail Choronen schreibt in seinem Dankesbrief für die Begegnungstage in Deutschland (29. August bis 2. September)

Liebe Freunde,

ich drücke Ihnen die aufrichtige Anerkennung und herzliche Dankbarkeit für den wunderbar vorbereiteten, geplanten und organisierten Besuch unserer Delegation anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Stadt Pskow aus. Diese Gefühle empfinden alle Mitglieder unserer Delegation.

Ich bitte Sie, in unserem Namen besonders allen Gastfamilien zu danken, bei denen die Mitglieder der Pskower Delegation untergebracht waren, für das herzliche Entgegenkommen, die Gastfreundlichkeit, die Fürsorge und Aufmerksamkeit mit der sie ihre Gäste während des Aufenthaltes auf deutschem Boden versorgt haben.

Ich halte die Fachgespräche, die Besuche in den sozialen Einrichtungen, den Meinungs- und Erfahrungsaustausch für sehr nützlich. Er war hilfreich auch für die Weiterarbeit bei uns in Pskow.

Ganz besonders hervorheben möchte ich die Feiern und Veranstaltungen in Bonn. Ihnen kommt eine große Bedeutung zu. Tief angerührt haben uns der Gottesdienst und die Kranzniederlegung zur Erinnerung an den Beginn des 2. Weltkrieges vor 62 Jahren.

Von großem Nutzen waren der Meinungsaustausch und die Diskussionen im Rahmen der von Ihnen konzipierten Veranstaltung zu gelebter Partnerschaft zwischen Deutschland und Russland.

Sehr gelungen war schließlich auch die Begegnung in unserem Generalkonsulat in Bonn. Ich hoffe, dass die Gespräche dort mit dazu beigetragen haben, anstehende Finanzprobleme zu lösen und alles in den Dienst der Verwirklichung neuer Projekte in unserer Zusammenarbeit zu stellen.

Mit Dankbarkeit und besten Wünschen

Michail Choronen

Stadtpräsident Pskow


Aus unseren Projekten

Jubel um deutsch – russische Schülerband im russischen Pskow

Die Schülerband „Rur–Rock“ der Rurtalschule, ergänzt durch Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Oderbruch, des Heilpädagogischen Zentrums für geistigbehinderte Kinder und Jugendliche (HPZ) Pskow und des College Kunst und Kultur Pskow begeisterte mit ihrer Musik nahezu 800 Zuhörer beim Benefizkonzert für die Kinder in den beiden Heimen für Geistigbehinderte in der Region Pskow.

Die Intention war, interkulturelles Lernen und Verständnis für die europäische Integration zu fördern sowie für die Übernahme sozialer Verantwortung für und mit Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen.

Im ersten Teil des Konzertes traten bekannte Pskower Künstler auf, die sich in den Dienst der guten Sache gestellt hatten.

Der zweite Teil mit 1 ¾ Stunden Programm wurde von der Band des Workshops gestaltet.

Das Repertoire mit Pop–Rock–Musik aus Deutschland, England und Russland, gesungen in diesen drei Sprachen, löste unter den Zuhörern aller Altersgruppen eine nie erwartete Begeisterung und stürmischen Jubel aus.

Nach dem Ende des Konzertes spielten sich auf und neben der Bühne unbeschreibliche Szenen der Freude und Euphorie ab. Es gab Umarmungen, Küsse, Glückwünsche, Blumen von und mit den Künstlern und bekannten wie unbekannten Menschen aus dem Publikum.

Zitat eines Pskower Politikers und Zeitungsherausgebers:
"So etwas hat es seit mehr als 10 Jahren in Pskow nicht mehr gegeben."

Bernd Schleberger


Das Hospiz braucht und findet Freunde

Seit Beginn des Jahres 2000 befindet sich das Hospiz für sterbende Menschen in einem leerstehenden Kindergarten. Es fehlte an allem: Hygieneeinrichtungen, Betten, Türen, medizinischen Geräten, selbst an einem regendichten Dach.

Die Stadt gibt sich große Mühe zu helfen. Aber die fehlenden finanziellen Mittel lassen nur kleine Schrittchen zu. Geht es weiter wie im Jahre 2001 braucht die Sanierung mehr als 10 Jahre. Doch die 40 Plätze sind jetzt notwendig.

Darum freuen wir uns, dass wir deutsche Freunde besonders im St. Martins–Stift Bethesda in Boppard gefunden haben, die uns in der äußeren und inneren Gestaltung des Hospizes tatkräftig unterstützen.

Ludmilla Stepanowa, Leiterin des Hospizes


Weihnachtspende 2001

Eine warme Mahlzeit für 290 Kinder an 300 Tagen im Jahr

Noch einmal erinnern möchten wir an unsere Bitte um eine Weihnachtsspende für Kinder, die in unseren 4 Suppenküchen eine warme Mahlzeit am Tag bekommen sollen.

1 warme Mahlzeit kostet für ein Kind pro Tag 0,75 €

0,75 x 290 x 300

= 65.250 €

oder für ein Kind gerechnet:

0,75 x 300

= 225,00 €

Eine ganze Reihe Spenden sind schon eingegangen. Drei Patenschaften wurden abgeschlossen. Wir danken allen, die schon geholfen haben, im Namen der Kinder.

Dieter Bach

 

5 Tage und 4 Nächte Petersburg

im Hotel Moskawa (DZ)

ein Sonderangebot für unsere Mitglieder und an Pskow Interessierte

zum Preis von

449,00 €

06. – 10. Februar 2002

IM ANGEBOT: Flug, Transfers, Visum, 4 Übernachtungen mit Frühstück,

3 Mittagessen, Stadtrundfahrt, Peter–Paul–Festung, Eremitage, Alexander–Newskij-Kloster, Ausflug nach Puschkin

Verbindliche Anmeldung bis 05. Dezember 2001

Wir wünschen all unseren Mitgliedern,

Freundinnen und Freunden

Eine gesegnete und frohe

Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Klaus Eberl

Ihre Anfragen richten Sie bitte an die
Geschäftsstelle der Initiative Pskow e.V.
Düsseldorfer Straße 282
47053 Duisburg
Tel.: 02 03 / 66 65 64
Fax.: 02 03 / 6 69 43 92
Impressum
Redaktion:Dr. Dieter Bach, Geschäftsführer
Initiative Pskow in der EKiR e.V.
Düsseldorfer Straße 282
47053 Duisburg
Tel.: 02 03 / 66 65 64
E-Mail:drdieter.bach@t-online.de
Website:www.initiativepskow.de
Gestaltung und Layout:Larisa und Heiko Latz
Editorial:Klaus Eberl
Autoren:Dr. Dieter Bach, Bernd Schleberger, Martha Vahrenkamp, Dr. Georg Linke, Peter Degener
Bankverbindung:Bank für Kirche und Diakonie
BLZ 350 601 90
Konto: 101 341 501 0

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