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Rundbrief Initiative PSKOW September 2000 / Nr. 2 Liebe Mitglieder der Initiative Pskow! Rußland ist ein Land mit einem doppelten Gesicht. Durch die Projekte ist es für viele Mitglieder der "Initiative Pskow" zu einer zweiten Heimat geworden. Da sind Freunde, mit denen wir gemeinsam planen und realisieren. Da sind konkrete Vorhaben, die ihre Kraft entfalten und die wunderbare Erfahrung vermitteln, daß auf eine heillose Welt kein weltloses Heil wartet, sondern konkrete Zeichen der Hoffnung. Viele Bande sind geknüpft. Die Versöhnungsreise von 1991 hatte weitreichende Folgen. Vorzeigbar sind die Erfolge der Zusammenarbeit. Im kommenenden Jahr werden wir den zehnten Jahrestag des Beschlusses der Rheinischen Landessynode zur "Versöhnung mit der Sowjetunion" angemessen feiern. Ihr Klaus Eberl
Interview mit dem neuen Stadtpräsidenten von Pskow, Michael Choronen Herr Stadtpräsident, zunächst möchten wir Ihnen von der Initiative Pskow ganz herzlich zu Ihrer Wahl im März dieses Jahres gratulieren. Mehr als 72% aller abgegebenen Stimmen auf sich zu vereinigen, ist ein beachtliches Zeichen für das Vertrauen, das Ihnen die Menschen der Stadt entgegenbringen. Ich freue mich über dieses Ergebnis. Es ist für mich ein Ansporn, alles, was in meinen Kräften steht, zu tun, um die Situation in der Stadt zu verbessern. Wo setzen Sie Prioritäten? In der Infrastruktur gilt es, die bestehenden Mägel zu beseitigen. Sie sehen sie zum Beispiel im Zustand der Straßen. Die Wirtschaftskraft der Stadt muss gestärkt werden. Mein besonderes Augenmerk aber ist auf die Verbesserung der sozialen Situation gerichtet. Ihnen ist sicher bekannt, dass unter den 44 Projekten der Initiative Pskow in Ihrer Stadt die meisten einen sozialen Charakter tragen. Die Tätigkeit der Intitiative Pskow beobachte ich seit langem. Unter den 10 Städtepartnerschaften, die uns mit vielen Ländern verbinden, sind die Kontakte Ihrer Einrichtung die Intensivsten und die Tiefsten. Gibt es Bereiche, in denen Sie auf unser besonderes Engagement hoffen? Ich danke Ihnen für diese Frage, weil ich es sonst kaum so direkt von mir aus angesprochen hätte. Prirorität haben für mich zwei Bereiche: Wir werden, Herr Stadtpräsident, alles was in u n s e r e n Kräften steht zu tun, um das Ziel zu erreichen.
Die Grundplanung für Werkstatt, Wohnbereich und Verwaltung wurde durch Architekt Reimar Kirchhoff erstellt, der ehrenamtlich für uns arbeitet. 150-200 Plätze für geistig und schwermehrfach Behinderte sollen geschaffen werden. Inzwischen sind es 37 Projekte, die durch die Initiative Pskow getragen oder begleitet werden. Nachdem wir im ersten Rundbrief die kirchliche Schule von Pawel Adelheim und den Ljubjatow-Chor vorgestellt haben, machen wir Sie heute mit drei weiteren Projekten bekannt. Zum siebten Mal fand im Juli das internationale Sommerlager im Heilpädagogischen Zentrum statt. 15 junge Pskower und 15 Jugendliche aus Wassenberg nutzten die Ferien, um dem HPZ neuen Glanz zu geben. Seit den Anfängen - Miträger der Initiative Kaum war 1991 die erste große rheinische Delegation aus Pskow zur¨ckgekehrt, kam es zur Hospitation von Ärzten aus dieser Stadt in unserem Krankenhaus. Das ist zu einer festen Einrichtung geworden. Für den Herbst erwarten wir die vierte Abordnung, zwei Ärzte und eine Dolmetscherin. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass es nur so kleine Gruppen sein können wenn wir in schwierige Themen oder komplizierte Geräte wie Linearbeschleuniger, Tomograph oder Computertomograph der neuesten Generation einfüren wollen.
Seit zwei Jahren findet ein Austausch zwischen Studenten der Polytechnischen Hochschule in Pskow und einer Hochschule in Nordrheinwestfalen statt. Leider geschieht es bisher nur einseitig: 7 Studenten aus der Partnerstadt konnten jeweils ein ganzes Jahr in Deutschland sein.
23 Mitglieder unserer Initiative fürte im Juli/August eine Studienrundfahrt nach St. Petersburg, Petrosawodsk, Puschkinberge und nat¨rlich Pskow. Die Reise wich stark von dem üblichen Programm ab, weil zum Beispiel in St.Petersburg Orte aufgesucht wurden, die sonst in keinem Programm stehen, den deutschen Spuren in Pskow nachgegangen wurde, und die zweite Stadt Peter des Großen, Petrosawodsk eingeschlossen war. Dort besichtigten wir auch die Anfänge in der Behindertenarbeit und führten Gespräche mit den Verantwortlichen. Sehr eindrücklich war uns der Satz: "Wir blicken voll Neid auf das Vorbild in Pskow. Gern würden wir von der dort geleisteten Arbeit lernen. Aber leider fehlt uns das Geld für die Fahrkarte."
Vom 10.-17. Juni feierten die Städte Neuss und Pskow das zehnjärige Bestehen ihrer Staädtepartnerschaft. Eine fünfköpfige Delegation aus Russland unter Leitung des Stadtpräsidenten Michael Choronen nahm daran teil. Anlässlich eines Festaktes wurde sie im Rathaus empfangen. Sie führten Fachgespräche mit Bürgermeister Napp, der Stadtverwaltung, den Neusser Schützen und anderen städtischen Repräsentanten.
Im Oktober fliegt eine Delegation der Ev. Kirchengemeinde Wassenberg nach Pskow (Ev. Kgm. Wassenberg, An der Kreuzkirche 4, 41849 Wassenberg). Der nächste Transport der Rurtalschule findet im November statt, der nächste der Kirchengemeinde Wassenberg im April 2001. Übrigens lohnt es sich, im Internet nachzusehen: oder auch www.pskow.de
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