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Rundbrief Initiative PSKOW
April 2000 / Nr. 1
Liebe Mitglieder der Initiative Pskow!
Sie halten den ersten Rundbrief der Initiative in der Hand. Er soll künftig zweimal im Jahr erscheinen und dem Informationsfluss unter uns dienen. Die Intitiative Pskow ist ja ein Forum ganz unterschiedlicher Projekte. Wir können voneinander lernen und alltägliche und grundsätzliche Fragen zur Bewältigung der Aufgaben klären. Gleichzeitig verschicken wir das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung damit alle, die nicht nach Mülheim kommen konnten, sich ein Bild über den Stand der Arbeit machen.
Wir sind sehr stolz, daß schon mehr als 100 Mitglieder die Initiative zu einer starken Gemeinschaft machen. Und oft stehen hinter den Mitgliedern viele weitere Ehrenamtliche, die engagiert ihre Projekte verwirklichen. Die kürzlich durchgeführte Pressereise hat noch einmal das öffentliche Interesse auf die vielfältigen Brücken gelenkt, die zwischen der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Stadt Pskow gebaut worden sind. Einige von Ihnen haben sicherlich die ausführliche Berichterstattung in Radio und Fernsehen, in den großen Tageszeitungen und der Kirchengebietspresse wahrgenommen. Bei Bedarf können Sie einen kostenlosen Pressespiegel und ein Demoband über die Behindertenarbeit zum Preis von 15.- DM (einschl. Versand) bei der Geschäftsstelle anfordern.
Ausgangspunkt des Engagements in Pskow war der von der Evangelischen Akademie und der Mülheimer Initiative entfaltete Versöhnungsgedanke. Nach der Besuchsreise 1991 sind viele Begegnungs- und Hilfsprojekte entstanden, die dem Wort der Landessynode zum 50. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion Hand und Fuß verleihen sollten. Das Spektrum reicht von sozialen Initiativen über die Behindertenarbeit und den Bildungsbereich bis hin zu handwerklicher und kirchlicher Zusammenarbeit. Das größte Projekt ist das Heilpädagogische Zentrum, das neben der Wassenberger Gemeinde von vielen Menschen im Rheinland mitgetragen wird. Inzwischen hat sich die Stadt Pskow vorgenommen, eine beschützende Werkstatt aufzubauen, damit auch für ältere Jugendliche und Erwachsene mit einer Behinderung eine Perspektive entsteht. Der Vorstand möchte die Stadt dabei kräftig unterstützen. Ein erheblicher Teil der Vorstandsarbeit kreiste um diese Frage.
Hilfe ist nie eine Einbahnstraße. Die Projekte in Pskow haben Hilfe ermöglicht, aber auch Freundschaften und Kontakte gefestigt. Dadurch wird die Arbeit unserer Initiative zu einer beglückenden Erfahrung für beide Seiten.
Herzliche Grüße
Ihr
Klaus Eberl
Stand: April 2000 / Nr. 1
Ein neuer Stadtpräsident in schwerer Zeit
Seit dem 14. März hat Pskow einen neuen Stadtpräsidenten. Es ist Michael Khoronen (50), der von 1992 bis zu seiner Wahl als Beigeordneter erster Stellvertreter des bisherigen Stadtoberhaupts war. Michael Khoronen ist parteilos. Er erhielt in der entscheidenden Stichwahl 71,2% der abgegebenen Stimmen. Unter seiner Leitung werden unsere Kontakte mit der Stadt Pskow in gleicher Intensität wie bisher weitergeführt werden können.
Kommunisten und Nationalisten haben gegen den bisherigen Bürgermeister, Alexander Prokofjew, einen bösartigen, verleumderischen Wahlkampf geführt. Sie schreckten nicht davor zurück, bezahlte Trupps vor sein Haus zu schicken, die immer wieder schrien "Prokofjew an den Galgen", schikanierten die Stadtverwaltung, wo sie nur konnten, um die von ihnen propagierte Unfähigkeit des Oberbürgermeisters zu "belegen", wofür sie sogar die örtlichen Medien nutzten.
Es ist gut, dass sich die Kommunisten und Nationalisten dennoch nicht durchsetzten konnetn. Klaus Eberl und ich haben im Namen der Initiative Pskow Alexander Prokofjew für acht Jahre vorzüglicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit gedankt. Wir haben Michael Khoronen zu seiner Wahl gratuliert und der Zuversicht Ausdruck gegeben, dass mit ihm die gute Kooperation zum Wohl der Menschen von Pskow weitergeführt wird.
Die Verantwortung für die Stadt wahrzunehmen, bleibt eine schwere Aufgabe. So ist z.B. der Haushalt 2000 nur zu 46% gedeckt. Es bestehen keinerlei Aussichten, die fehlenden Mittel hereinzubekommen. Dr. Dieter Bach Die Journalistenreise nach Pskow ließ neue Kontakte wachsen Vier Tage Pressekonferenz
Mittwoch, 2. Februar: Rückflug von St. Petersburg nach Düsseldorf. In der engen Kabine der Tupolew hat sich ein Traube von Kolleginnen und Kollegen um Klaus Eberl und Dieter Bach gebildet. Den Schreibblock auf den Knien gibt es eine letzte Möglichkeit, die beiden nach den Motiven für ihr Engagement in Pskow und nach den Anfängen der Initiative zu befragen. Plaudernd geben sie Auskunft, gemeinsame Erlebnisse der letzten drei Tage fließen ein, es wird geflachst und gelacht. Von der Müdigkeit, die manchen auf der fast fünfstündigen Busfahrt zum Flughafen überfiel, ist nichts mehr zu spüren. Immerhin hatten die meisten nach einem langen Abschiedsabend im Hotel nur wenige Stunden geschlafen.
Ende vergangenen Jahres entstand die Idee, die Arbeit in Pskow einmal einem größeren Kreis von Journalistinnen und Journalisten vorzustellen. Mit Hilfe der Pressestelle des Landeskirchenamtes waren interessierte Kolleginnen und Kollegen schnell gefunden: Neben der Heinsberger Zeitung und den Erkelenzer Nachrichten, die bereits seit Jahren kontinuirlich über die Initiative berichten, waren Journalistinnen und Journalisten der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, Rheinischen Post, der Deutschen Presse-Agentur, des Evangelischen Presse-Dienstes, von Der Weg sowie ein freies Fernsehteam für die Reise gewonnen worden.
Das Programm in Pskow verlangte der Gruppe einiges ab. Dieter Bach und Klaus Eberl hatten sich zum Ziel gesetzt, in den zwei in Russland zur Verfügung stehenden Tagen möglichst alles das zu zeigen, was in Pskow in den letzten Jahren mit Hilfe und Unterstützung aus dem Rheinland gewachsen ist. Doch trotz der engen Termine blieb Zeit für individuelle Wünsche, für Interviews und Gespräche am Rande. Und selbstverständlich standen Dieter Bach und Klaus Eberl von frühmorgens bis spätabends als Ansprechpartner zur Verfügung. Ein Kollege brachte die anstrengende aber alles in allem auch angenehme Arbeitssituation der Gruppe auf den Punkt: "Das ist wie vier Tage Pressekonferenz."
Hauptthemen der anschließend erschienenen Berichte und Reportagen waren natürlich das heilpädagogische Zentrum und die Zukunftspläne für eine beschützende Werkstatt. Und auch der Hinweis, dass für die Realisierung noch eine Menge Geld notwendig ist, fehlte nicht. Selbst die Deutsche Presse-Agentur brachte in ihrer bundesweit verbreiteten Geschichte über Pskow die Nummer des Spendenkontos unter, was sonst nicht gerade üblich ist. Kennzeichnend für alle Artikel und auch die nach der Reise gesendeten Hörfunk- und Fernsehberichte war das große Einfühlungsvermögen der Kolleginnen und das tiefe Verständnis für die Sorgen und Hoffnungen der Menschen in Russland.
Als die Gruppe auf dem Düsseldorfer Flughafen auseinander ging, hatten die meisten wahrscheinlich schon wieder ihren Arbeitsalltag und die nächsten Aufgaben im Kopf. Doch vor allem bei denen, die zum ersten Mal in Pskow oder zum ersten Mal in Russland überhaupt waren, wird sich vieles eingeprägt haben. Die Initiative Pskow jedenfalls hat neue, wichtige Kontakte zu einem Kreis von Journalistinnen und Journalisten knüpfen können. Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der kommenden Jahre ist das ein hoffnungsvolles Zeichen.
Ulrich Schäfer, Düsseldorf
P.S. Die Berichterstattung brachte bisher Spenden in Höhe von etwa 30.000.- DM ein.
Unsere Projekte stellen sich vor33 projekte werden durch die Initiative Pskow begleitet oder ganz getragen. Wir stellen in jeder Ausgabe einige vor.
Der Kirchenkreis Lennep und die Kirchliche Schule von pawel Adelheim Im Rahmen mehrerer Milleniums-Verantstaltungen des Kirchenkreises Lennep findet am 17. und 18. Juni 2000 ein Partnerschaftsfest statt. Mit diesem Fest sollen die vielfältigen ökumenischen und innerdeutschen Partnerschaften der Gemeinden und des Kirchenkreises selbst einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eingeladen sind Gäste unter anderem aus Namibia, Ungarn, Tschechien und Gemeinden aus den neuen Bundesländern.
Mit dabei natürlich auch Gäste aus Pskow. Voraussichtlich werden uns Priester Pawel Adelheim und seine Frau besuchen. Vater Pawel gründete 1992 eine kirchliche Privatschule, die heute staatlich anerkannt ist und von unserem Kirchenkreis jährlich mit ca. 20.000 DM unterstützt wird. In drei Klassen werden 36 Schülerinnen und Schüler - neben den traditionellen Fächern - besonders im gottesdienstlichen Chorgesang, Musik und Religion unterrichetet.
Neben Pawel Adelheim haben uns bereits Lehrerinnen und Lehrer der Schule sowie der Chor dieser Gemeinde der myrrhetragenden Frauen besucht. Beim Partnerschaftsfest werden sich die Gäste am Samstagnachmittag mit eigenen Beiträgen vorstellen und am Sonntag die Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden mitgestalten. Wir freuen uns auf ein buntes Fest! Karlheinz Potthoff, Radevormwald (Tel.: 0 21 95 / 10 44) Die siebte Tournée des Chores der Nikolausgemeinde
Im August 2000 ist der siebte Aufenthalt des Chores aus Ljubjatow, der Gemeinde von Priester Wladimir Popow, bei uns vorgesehen. In 20 Konzerten wird Deutschland von Rügen bis zum Tegernsee und von Aachen nach Schleife (nahe Görlitz) bereist, wobei es vielfach Wiederholungsbesuche sind. Die Konzerte haben Begegnungscharakter, möglichst mit anschleißendem Beisammensein und Übernachtungen bei Familien der besuchten Gemeinden.
Die Qualität des aus sechs Frauen und sechs Männern bestehenden Ensembles ist auch für russische Verhältnisse absolute Spitze. Die Tournéen werfen Überschüsse ab, die für humanitäre Aufgaben in Pskow gegeben werden; 1998 waren es über 6.500.- DM. Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, dass durch diese Konzerte die russische Seite die gebende ist, während es sonst oft umgekehrt ist.
Die Gemeinde Aachen-Eilendorf unterstützt Vater Wladimirs Sonntagsschule und die Diakonie mit etwa 3.000.- DM jährlich. Dadurch kann er, zusammen mit Mitteln aus dem Tournéeüberschuss täglich etwa 30 Kindern eine warme Mahlzeit geben, und dies ist meistens die einzige, die sie bekommen. Dr.Georg Linke, Aachen 10 Jahre Städtepartnerschaft Neuss-PskowWohl jeder Neusser weiß von Pskow. Seit 10 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen beiden Städten. Sie gehört zum Leben beider Städte. Viele Freundschaften sind in dieser Zeit entstanden, regelmäßig berichten die Zeitungen gegenseitig aus den Städten. Beziehungen gibt es in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, vom Sozialen, von der Wirtschaft bis zur Bildung, Kultur und Sport. Bekannt wurde diese Partnerschaft zunächst durch ihre humanitäre Hilfe. In freiwilligem Einsatz brachte die Neusser Feuerwehr in vielen Transporten Lebensmittel, Medikamente und Kleidung nach Pskow. Ein Ehepaar organisiert in privater Initiative seit Jahren eine stadtbekannte Suppenküche, die aus dem verkauf gebrauchter Kleidung und durch Spenden finanziert wird. Wiederholt reisten Schüler zum Austausch nach Pskow, jährlich kommen einige Germanistikstudenten für ein Praktikum an Neusser Schulen. An vielen großen Sportveranstaltungen nehmen Sportler aus Pskow teil, ebenso bei Musikfesten. Bedeutende Ikonen der Pskower Malerschule kamen 1994 aus dem Staatlichen Museum Pskow zu einer Ausstellung nach Neuss. Ein Mosaik aller Aktivitäten wird Neuss bei der Feier vom 16. Juni 2000 anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Partnerschaft zeigen. Dr. Dieter Scheven Studienfahrt: Pskow - St. Petersburg - PetrosawoskDrei Plätze sind noch für die Drei-Städte-Fahrt im Nordwesten Russlands zu vergeben. Sie findet von Sonntag, dem 23. Juli bis Mittwoch, dem 02. August 2000 statt. Die Kosten betragen 1.800.- DM. Die Fahrt ist so geplant, dass auch Kenner von Pskow und St. Petersburg Neuses, bisher nicht Wahrgenommenes entdecken können. Besonders reizvoll wird der Abstecher nach Petrosawosk, einer von Peter dem Großen gegründeten Stadt, in die Deutsche nur selten kommen. Anmeldungen sind umgehend notwendig.
Termine An dieser Stelle teilen wir regelmäßig die Reisetermine nach Pskow mit, soweit sie uns bekannt sind, damit Post, kleine Geschenke, vor allem aber auch Geld auf diesem Wege mitgegeben werden könne. Wir bitten auch alle Termine, von denen Sie wissen, an die Geschäftsstelle weiter zu geben, damit Anfragen präzise beantwortet werden können.
Mitte Mai: LKW-Transport der Gemeinde Wassenberg; Sonntag, 28. - Sonntag, 31. Mai: Dieter Bach, Düsseldorfer Straße 282, 47053 Duisburg, Tel.: 02 03 / 66 65 64; Sonntag, 11. - Sonntag, 18. Juni: Bernd Schleberger, Karl-Arnold-Straße 1b, 52525 Heinsberg, Tel.: 0 24 52 / 6 15 95; Freitag, 30. Juni - Dienstag, 18. Juli: Martin Rogalla, Mailandweg 57, 41844 Wegberg, tel.: 0 24 36 / 26 86; Sonnatg, 23. Juli - Mittwoch, 02. August: Dieter Bach: s.o.
Ihre Anfragen richten Sie bitte an die Geschäftsstelle der Initiative Pskow e.V. Düsseldorfer Straße 282 47053 Duisburg Tel.: 02 03 / 66 65 64 Fax.: 02 03 / 6 69 43 92 |
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| Impressum | | Redaktion: | Dr. Dieter Bach, Geschäftsführer Initiative Pskow in der EKiR e.V. Düsseldorfer Straße 282 47053 Duisburg Tel.: 02 03 / 66 65 64 | | Gestaltung und Layout: | Larisa und Heiko Latz | | Editorial: | Klaus Eberl | | Autoren: | Dr. Dieter Bach, Ulrich Schäfer, Karlheinz Potthff, Dr. Georg Linke, Dr. Dieter Scheven | | Bankverbindung: | Bank für Kirche und Diakonie BLZ 350 601 90 Konto: 101 341 501 0 |
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