Praktische Friedensarbeit 2006
Ein Projekt für Mülheimer Schulen
und Gemeinden
innerhalb
der Solidaritätsaktion der Stadt Mülheim an der Ruhr
für behinderte Menschen in Pskow / Russland
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Farbfotos (Folien) (pdf, 10 MB!)
Vorwort
1
1.
Die
Stadt Pskow - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart 2
1.1
Pskow im Krieg 3
1.2
Die Eroberung der Stadt und die Jahre der deutschen Besatzung
3
1.3
Die Befreiung 4
2.
Unterrichtsbausteine
2.1
Besatzungsalltag
A Das Leben der Zivilbevölkerung
6
B Gesundheits- und Schulpolitik im
besetzten Land 9
2.2
Das besondere Leiden der Menschen
A Zwangsverschleppung und Sklavenarbeit
10
B Das Schicksal der sowjetischen
Kriegsgefangenen 13
3.
Versöhnung ist ein Prozess 16
3.1
Deutsche und Russen bauen eine soziale Stadt
16
3.2
Impulse für den Unterricht 17
4.
Unterrichtsbausteine
4.1
Die Arbeit für Menschen mit Behinderungen
A Eine Schule für Geistig-Behinderte entsteht
18
B Das Frühförderungszentrum wird eröffnet
20
C Wie die Werkstatt entsteht und
arbeitet 22
4.2
Weitere soziale Projekte
A Das Dach der Geborgenheit:
Verlassene Kinder finden ein neues Zuhause
24
B Das Waldhaus: 16 – 18Jährige von
der Straße holen 25
C Das Hospiz: In Würde sterben
26
5.
Schülerinnen und Schüler
engagieren sich in der Friedensarbeit
heute und machen mit bei der Solidaritätsaktion der Stadt Mülheim 27
5.1
Warum sollen wir uns überhaupt engagieren
27
5.2
Bausteine
A Wie können wir uns
beteiligen? – Brainstorming
28
B Eine Ideensammlung
28
C Ein Beispiel für das Engagement
einer Grundschule
(Gemeinschaftsgrundschule Knittkuhl in Düsseldorf) 29
Vorwort
Die Evangelische Akademie Mülheim an der Ruhr, damals von Dieter Bach geleitet, führte zum 21. Juni 1991, 50 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion, eine Versöhnungsfahrt nach Pskow in Russland durch, heute eine Stadt mit 200.000 Einwohnern, 270 km südwestlich von St. Petersburg gelegen. Die Rheinländer hatten diese Stadt ausgewählt, weil sie besonders unter den Kriegseinwirkungen gelitten hatte. Als die deutsche Besatzung am 24. Juli 1944 aus der Stadt vertrieben wurde, gab es in ihr noch 16 unzerstörte Häuser, 164 Überlebende und 392.000 ermordete und verhungerte Russen in Massengräbern rund um die Stadt.
Aus der ersten Begegnung entwickelte sich ein Prozess der Versöhnung, der seit 1998 insbesondere von der INITIATIVE PSKOW getragen wird. Mehr als 30 Projekte sind entstanden. Der besondere Schwerpunkt lag von Anfang an auf dem Einsatz für geistig und mehrfach behinderte Menschen, da sie bis zum heutigen Tag die Ärmsten der Armen in Russland sind.
Ganz besonders schlimm geht es dabei den über Achtzehnjährigen. Sie gingen und gehen buchstäblich ins Nirgendwo. Nur notdürftig gekleidet, völlig unzureichend ernährt, verwahrlost und ohne jede Zuwendung leben tausende und abertausende von ihnen in den russischen Wegsteckheimen, mitten in der Wildnis, weit weg von jeder Zivilisation. Zusammengepfercht sind sie in ZwölferzZimmern auf durchgelegenen Metallpritschen mit Ex-Sträflingen und Obdachlosen, Sexualstraftätern und aufgegriffenen Prostituierten.
Um dem ein Ende zu bereiten, errichtet die INITIATIVE PSKOW in der russischen Stadt die erste beschützende Werkstatt für ganz Russland.
Drei Bauabschnitte sind unter großen Anstrengungen geschafft. Doch die Werkstatt mit bisher 170 Plätzen bleibt ein Torso, wenn es nicht gelingt, sie ganz fertig zu stellen. Die Kosten für den 4. und letzten Bauabschnitt betragen 700.000 €.
Unsere Aktion soll mit dazu beitragen, diese Summe zusammen zu bringen.
Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Dieter Bach erinnerten sich am 8. Mai 2005, 60 Jahre nach dem Kriegsende, welche intensive Zusammenarbeit Stadt und Evangelische Akademie in der Vergangenheit für Russland geleistet hatten. Das Erinnern führte zur aktiven Planung. Sie regen ein Solidaritätsprojekt der Stadt für 2006 mit der ersten beschützenden Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Russland an. Offizielle Vertreter der Stadt, der Kirchen und Vereine haben ihre Mitarbeit schon zugesagt.
Und
das ist unsere Bitte:
Kirchengemeinden und Vereine, Schulen, Frauen- und Jugendkreise schließen sich in der Solidaritätsaktion zusammen, ausgerichtet auf das eine Ziel: Fertigstellung der ersten beschützenden Werkstatt in ganz Russland, zugleich ein Modell für diesen Staat.
Machen Sie mit. Wir sind der festen Überzeugung, dass mit Ihrer Hilfe das Vorhaben gelingen wird, die nötige Summe für den letzten Bauabschnitt der Werkstatt aufzubringen.