Der neue
Vorstand über künftige Ziele und Herausforderungen
Die
Initiative Pskow hat einen neuen Vorstand. Von der Mitgliederversammlung
wiedergewählt wurden Oberkirchenrat Klaus Eberl als Vorsitzender, die
Sozialpädagogin Martha Vahrenkamp als Schatzmeisterin
und Pfarrer Dieter Bach als Geschäftsführer. Neu im Vorstand sind Schulleiter
a.D. Bernd Schleberger und Betriebswirt und
Geschäftsführer a. D. Rolf Gillmann.
Bei einer
kleinen Umfrage wollte ich wissen, auf welche Schwerpunkte sich die einzelnen
Vorstandsmitglieder konzentrieren wollen.
Klaus Eberl: Koordination der Arbeit der IP mit dem Oblast, Weiterentwicklung
des russischen Sozialsystems, z.B. Subsidiarität, Berücksichtigung Freier
Träger, Inklusion. Dazu die Gründung
dezentraler, nachbarschaftlicher Wohngruppen für Menschen mit und ohne Behinderung
und die Etablierung ambulanter Unterstützungsdienste.
Rolf Gillmann: Vermittlungsarbeit
zwischen den deutschen und den russischen Partnern, wobei die vielen gelungenen
Projekte, die mit der Stadt entwickelt wurden, nun auf den
Oblast übertragen werden müssen. Rolf Gillmann wird
dabei auch seine persönlichen Erfahrungen, besonders beim Aufbau der Arbeit für
Menschen mit Behinderungen weitergeben.
Martha Vahrenkamp wird sich selbstverständlich vor allem um die
Finanzen, aber auch um die Weiterführung der Studienfahrten kümmern. Außerdem
wird ihr Hauptaugenmerk dem Fortbestand der Werkstätten gelten.
Bernd Schleberger will sich vor allem um pädagogische Aufgabenstellungen im
Bereich Bildung für Menschen mit geistigen Behinderungen kümmern. Dabei geht es
auch um eine Veränderung des Menschenbildes, um die Stärkung des Menschenrechts
auf Bildung und auf ein Leben in Würde für alle. Konkret: Stärkung von
Elternorganisationen, Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderungen
in Stadt und Region Pskow und darüber hinaus.
An welchen Fixpunkten sollte sich nach
dem personellen und inhaltlichen Umbruch ein neuer Kurs orientieren, habe ich
den neuen Vorstand gefragt.
Dieter Bach wird als Geschäftsführer noch bis zum 31. August 2012 im Amt
bleiben. Ihm geht es besonders darum, dass die Aufgaben des Geschäftsführers
auf mehrere Schultern verteilt und die Weichen für die Weiterarbeit
zukunftsfähig gestellt werden.
Das erfordert eine neue Organisationsstruktur, fügt Klaus Eberl hinzu.
Rolf Gillmann: Es geht darum, das "Machbare"
zu erkennen – auch die finanziellen und personellen Grenzen. Seine Devise:
Beratung ja, Finanzierung primär auf der russischen Seite. Er wünscht sich, dass das Modell Werkstatt/Heilpädagogisches
Zentrum als Standard in der Russischen Föderation etabliert wird.
Als die größten
Herausforderungen in den kommenden 5 Jahren sieht Klaus Eberl den Generationenumbruch
der Initiative Pskow und die Befähigung unserer russischen Freunde, selbst
Verantwortung zu übernehmen.
Martha Vahrenkamp
fordert eine Verankerung der Rechte von Menschen mit (geistiger) Behinderung in
der Russischen Föderation und, damit zusammenhängend, eine Vernetzung und die
Stärkung einer entsprechenden „Lobby“.