Befallen vom Pskow-Virus oder: Baumeister von Pskow

 

Am 8. Oktober begrüßte Volkmar Gilleßen, der Schulleiter der Rurtalschule in Heinsberg-Oberbruch, die 77 anwesenden Mitglieder der Initiative Pskow zur jährlichen Mitgliederversammlung. Zwar gab der ehemalige Schulleiter Bernd Schleberger zu, dass er der Schule diese Versammlung noch vor seiner Pensionierung "eingebrockt" habe, doch auch Gilleßen gestand, dass er mittlerweile vom "Pskow-Virus" befallen sei. Bernd Schleberger erinnerte die Anwesenden daran, dass die Aufbauarbeit in und für Pskow "Knochenarbeit" gewesen sei, es dennoch auch viele schöne Momente gegeben habe. Die Rolle des Gastgebers absolvierte die Rurtalschule als langjähriger Partner der Initiative Pskow mit Bravour.

"Die Initiative Pskow ist im Umbruch, auch personell", so fasste der Vorsitzende Klaus Eberl den derzeitigen Zustand der IP prägnant zusammen. Dies spiegelte sich auch deutlich in der Tagesordnung wieder.

Mit der Eröffnung des letzten Bauabschnittes sind die Werkstätten, das größte Projekt der Initiative, zumindest baulich abgeschlossen. Viel zu verdanken hat die Initiative Pskow dabei dem unermüdlichen Einsatz des Architekten oder, wie Klaus Eberl ihn nannte, "unserem Baumeister von Pskow". Reimar Kirchhoff wurde dafür zum Ehrenmitglied ernannt.

Mit dem Abschluss der baulichen Arbeit ging auch gleichzeitig eine Zäsur in der Arbeit der Initiative und insbesondere ihrem Vorstand einher. Folker Nießalla und Angelika Schiller-Meyer kandidierten nicht mehr für den Vorstand, weil sie sich durch ihre beruflichen Belastungen nicht mehr in der Lage sahen, die Vorstandsarbeit im dafür nötigen Maß zu leisten. Der bisherige Beiratsvorsitzende Ulrich Hack erklärte, dass er "aus privaten und persönlichen Gründen mit dem heutigen Tag seine Arbeit in der und für die Initiative Pskow einstelle.“

Leider gab es keinen Bericht des Vorsitzenden, sodass die in bewährter Weise in Schriftform ausgelegten Berichte aus den einzelnen Projekten die praktisch einzige Information über die konkrete Arbeit der Initiative für die Mitglieder blieben.

Breiten Raum nahm auch der Vortrag des Ehrengastes Armen Mnazakanjan ein. Der Leiter der Abteilung Soziales des Oblasts gab eine Bestandsgarantie für die Werkstätten ab und lobte die Arbeit der Initiative in Pskow wie auch die gute menschliche Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen auf beiden Seiten. Für die Zukunft sieht er große Möglichkeiten bei neuen Projekten, besonders dem Sozialen Dorf und dem Pflegedienst. Mit seinen abschließenden Worten ("Es ist aber noch viel Arbeit nötig") erinnerte er die Mitglieder daran, dass jedem Ende auch ein Anfang innewohnt.

Jonas Wiedner