Jugendworkcamp 2010 in Pskow - ein
kritischer Rückblick
Nach mehrmonatiger Vorbereitung fand vom 11.
bis 25. August 2010 ein Jugendworkcamp auf dem
Gelände der Beschützenden Werkstätten in Pskow statt. Die Deutschen und Russen
im Alter von 16 - 25 Jahren sollten dabei zusammen mit Beschäftigten der
Werkstätten einen Spielplatz bauen. Da das Workcamp
in der russischen Ferienzeit stattfand, waren allerdings kaum behinderte
Menschen dabei.
Für
die deutsche Seite konnte die Diakonin Simone Bruns, die Leiterin der
kirchlichen Jugendarbeit in der evangelischen Gemeinde Mülheim-Broich, gewonnen
werden. Sie übernahm zusammen mit Jonas Wiedner einen
Großteil der Organisations- und Koordinationsaufgaben, so u.a. die Anwerbung
von Stiftungsgeldern und die Auswahl der deutschen Teilnehmer.
Die
deutschen und die russischen Teilnehmer sollten nicht nur handwerklich tätig
sein. Sie sollten die jeweils andere Kultur kennen lernen, so z.B. durch ein
großes Angebot von Freizeitaktionen und bei Diskussionsrunden. Letztere sollten
auch dazu dienen, die historisch schwierigen deutsch-russischen Beziehungen zu
beleuchten. In diesem Rahmen war auch eine Kanutour
durch den Pskower Oblast geplant, bei der die
Jugendlichen u.a. ehemalige Zwangsarbeiter und andere Zeitzeugen des „Großen
Vaterländischen Krieges” treffen sollten. Sie musste abgesagt werden, wegen der
Waldbrände in Russland. Wegen der Ängste ihrer Eltern angesichts von
Nachrichten über brennende russische Wälder durften dann auch drei deutsche
Teilnehmer nicht mitfahren, obwohl die nächsten Brandherde 800 km entfernt
waren. Somit fiel ein Viertel der „deutschen Arbeitskraft” weg.
Leider
stellte sich dann bei der Ankunft in Pskow heraus, dass das Komitee für
Jugendangelegenheiten trotz frühzeitiger Planung das Programm nur unzureichend
organisiert hatte. Statt der ursprünglich geplanten 12 russischen Jugendlichen
nahmen nur 8 teil, allerdings nur mit sporadischen Deutsch- oder
Englischkenntnissen.
Die
kleinere Zahl der Teilnehmer hatte jetzt also umso mehr zu tun. Das Gelände
wurde vermessen, in der Schreinerei wurden Spielgeräte aus Holz vorbereitet und
mit Schaufeln und Spitzhacken wurde eine Drainage um den zukünftigen
Sport-/Spielplatz ausgehoben. Der Boden auf dem Werkstättengelände
ist allerdings ohne technisches Gerät nur schwer auszuheben.
Insgesamt
muss man feststellen, dass die Ziele des Workcamps -
u.a. Sensibilisierung der deutschen und russischen Jugendlichen für die jeweils
andere Kultur und die Heranführung an den Umgang mit Behinderten sowie der
Gewinn von Multiplikatoren für unsere Initiative - leider nur unzureichend
erreicht wurden.
Jonas
Wiedner
Zeichen für die
Zukunft - Junge Initiative Pskow
Kontakt: Jonas Wiedner
Deutsche und Russen im Mai 2005.
Die meisten
Mitglieder der Initiative Pskow sind schon in der zweiten Hälfte ihres Lebens
angelangt. Aber in den letzten Jahren seit der Gründung sind doch auch ein paar
junge Menschen hinzugestoßen. Sie sind auch wichtig für eine erfolgreiche
Arbeit, weil sie mit ihren Ideen Neues anstoßen und Bewährtes in der Zukunft
fortführen können.
Dies waren auch die Gründe für das Entstehen
der Jungen Initiative Pskow. Wir sind ein Arbeitskreis unter dem großen,
schützenden Dach der Initiative. Wir wollen uns bei der Arbeit einbringen und
andere junge Menschen anregen sich zu engagieren. Die Junge Initiative
ist ein loser Zusammenschluss aller Mitglieder unter 35 Jahren, aber auch alle
Nichtmitglieder in diesem Alter sind gerne eingeladen bei uns mitzuarbeiten.
Rückblick
2005:
2006:
Durch die finanzielle Unterstützung der Fasel- und der Werner-Peter-Schmitz-Stiftung sowie der Stiftung West-östliche Begegnung und durch einen Eigenbeitrag konnten zehn deutsche Jugendliche im Alter zwischen sechzehn und zwanzig vom 23. Juli bis 5. August auf dem Gelände der Pskower Behindertenwerkstatt am eigenen Körper erfahren, wie konkretes soziales Engagement aussehen kann. Bei einem Workcamp wurden zusammen mit gleichaltrigen Russinnen und Russen Aufräum- und Restarbeiten an den Neubauten durchgeführt und der umlaufende Zaun neu gestrichen.
Während der Arbeit wurde schnell deutlich, dass Engagement nicht nur anstrengend ist, sondern auch viel Spaß bringen kann. Durch das gemeinsame Arbeiten wurde auch das Interesse an der jeweils anderen Kultur geweckt. Um die menschlichen Kontakte zu stärken, standen natürlich nicht nur die zu erledigenden Arbeiten auf dem Programm, sondern auch Ausflüge nach Moskau, Nowgorod und ins Puschkingebirge. Aber auch an Tagen ohne Ausflüge wurden die Abende meist gemeinsam verbracht. So kam man sich näher, und Freundschaften bildeten sich trotz einiger Sprachschwierigkeiten sehr schnell.
Bei einem Grillfest am letzten Abend war nicht zu übersehen, wie gut sich die Jugendlichen aus Russland und Deutschland zu einer richtigen Gruppe zusammengefunden hatten, und nicht wenige waren traurig, sich voneinander verabschieden zu müssen.